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Bündner bauen Kirchenkrippe mit Ernst Eugster

Seit dem Jahre 2006 führen die Krippenbaufreunde Diepoldsau-Schmitter Kurse durch. Jeder Teilnehmer kann nach eigener Vorstellung eine Krippe für seine Stube bauen. Dieses Jahr betreut Ernst Eugster eine Gruppe aus Trin-Mulin. Sie baut eine Kirchenkrippe.



Im Keller des Pfarreizentrums läuft im Hintergrund Ländler-Musik. Gleichzeitig hört man es hämmern, sägen und klopfen. Es duftet nach Holz, Leim und Farbe. Trotz der Geräusche geht es gemächlich zu in den Werkräumen der Krippenbaufreunde. Es ist einer der vielen Kursabende im Gang, an denen im Laufe des Jahres bis zu 48 Heimkrippen entstehen. Jeder Teilnehmer konzentriert sich auf sein Werk. Alle sind gelassen. Sie wissen um die fachliche Unterstützung der versierten Vereinsmitglieder.
Ernst Eugster ist der Präsident des Vereins und ausgebildeter Krippenbaumeister. Er betreut die dreiköpfige Gruppe aus Trin-Mulin in Graubünden. Catrina Bonorand, Agnes Kreilos und Ricardo Ardüser bauen eine etwa zwei auf zwei Meter grosse Krippe für die reformierte Kirche ihrer Heimatgemeinde. Catrina Bonorand ist dort Mesmerin. Sie pflegt mit anderen Frauen im Ort ihre Leidenschaft für Krippenfiguren nach dem Vorbild Schwester Anita Derungs‘ vom Kloster Ilanz. „Die 48 Zentimeter hohen Figuren, die wir für die Kirche bastelten, hatten kein richtiges Zuhause.“, sagt Catrina Bonorand. Als die Mesmerin in den Ferien einen Krippenbaufreund kennenlernte, war ihr Interesse geweckt und sie besuchte letztes Jahr die Ausstellung am Novembermärtli.
„Ich war Feuer und Flamme und machte den Kursplatz sofort fix“, sagt sie.

Die ganze Weihnachtsgeschichte erzählen

Im Juli reiste Ernst Eugster nach Trin-Mulin, erarbeitete einen Plan, damit sich die Krippe optimal in die Kirche einfügt. Sie kommt in einer Nische neben der Kanzel zu stehen. Damit sie problemlos transportiert und gelagert werden kann, besteht sie aus drei Elementen. Die Figuren sind im orientalischen Stil bekleidet, als wird auch die Landschaft der im Orient nachempfunden. Seit August kommen die Bündner Krippenbauer jeden Montag nach Diepoldsau und erschaffen Stück um Stück die bildliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte. „Es macht immer noch Spass, in eine andere Welt einzutauchen“, sagt Catrina Bonorand. „Jetzt kommen die Feinheiten, sie geben der Krippe den persönlichen Touch“.
„In der Krippe kann die ganze Weihnachtsgeschichte erzählt werden“, sagt Ernst Eugster. Von der Verkündigung (8. Dezember) über die Herberg suche, die Geburt Szene (25. Dezember), die Huldigung der Heiligen drei Könige (6. Januar) bis Lichtmess (2. Februar) lässt sich jede Szene mit wenigen Handgriffen vor der passenden Kulisse darstellen: Die Grotte ist der Heiligen Familie vorbehalten, vor dem Stadttor spielt sich die Herbergssuche oder die Flucht ab, und die Hirten lagern auf dem Feld. „Ein Brunnen oder Bach gehöre ausserdem dazu, weil Wasser symbolisch für die Trennung vom Alten zum Neuen Testament stehe.

In jedes Haus eine Krippe

„Wir Christen leben von der Geburt Christi“, mein Ernst Eugster. Deshalb haben die Krippenbaufreunde den Leitspruch: In jedes Haus eine Krippe. „Alle Religionen haben ihren Ursprung im Alten Testament. Wir sollten uns wegen kleiner Unterschiede nicht die Schädel einschlagen.“ Somit ist jede Krippe auch ein Friedenszeichen. Bei der Gestaltung lassen die Krippenbaufreunde den Kursteilnehmern frei Hand. Sie akzeptieren jede Überzeugung, solange christliche Symbole enthalten sind.
„Der Blickfang muss immer das Geschehen, die Heilige Familie sein“, sagt Ernst Eugster. Alles Weitere diene der Erklärung. „Jeder setzt seine Fantasie um und ist überzeugt, die schönste Krippe mit nach Hause zu nehmen und ihr einen rechten Platz zu geben.“
In der Werkstatt hat derweil die Bündner Gruppe die drei Elemente zusammengesetzt. Der Grundbau der Krippe ist fertig. Einen Sonntag lang wird Ernst Eugster das Werk fassen, die endgültige Farbgestaltung vornehmen. „Ich freue mich, die Krippe heimzunehmen“, sagt Catrina Bonorand. „Es ist unser Weihnachtsgeschenk an die Kirchgemeinde.“

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